02.07.2026

OPZZ-Konferenz - Steuergerechtigkeit

Am 22. Juni fand im Sitz der Gesamtpolnischen Gewerkschaftsvereinigung (OPZZ) die Konferenz „Gerechte Einkommenssteuer” statt, die sich der Zukunft des Steuersystems in Polen und dessen Auswirkungen auf die Situation von Arbeitnehmern widmete. Die Konferenz wurde mit Unterstützung der FES organisiert.

An der Diskussion nahmen teil: Barbara Popielarz, stellvertretende Vorsitzende der OPZZ, Dr. Marcin Wroński, Mitglied des Fiskalrates, Dr. Adam Rogoda, Wissenschaftlicher Assistent im Bereich Wirtschaftstheorie an der Warsaw School of Economics sowie Michał Borowski, Direktor der Abteilung regulatorischer Dialog des Business Centre Club. Die Diskussion wurde moderiert von Norbert Kusiak, Direktor der Abteilung für Wirtschaftspolitik der OPZZ. 

Das Treffen war eine Gelegenheit zur Diskussion des gegenwärtigen Steuersystems, möglicher Reformperspektiven und Lösungen, die den Bedürfnissen der Arbeitnehmer besser entsprechen könnten.

Die Diskutanten wiesen auf die zahlreichen Ungerechtigkeiten des gegenwärtigen Systems hin, die einen Teil seiner Teilnehmer dazu veranlassen, sich der ordnungsgemäßen Besteuerung zu entziehen, was sich negativ auf das System und die es aufrechterhaltenden Arbeitnehmer auswirkt. Einigkeit bestand darüber, dass progressive Besteuerung die angemessene Form darstellt, gegenwärtig jedoch nur scheinbar gilt. Daher sei es erforderlich, die Progression vollständig zu verwirklichen, unter anderem durch die Schaffung einer größeren Anzahl von Steuerklassen und die Beseitigung der im System bestehenden Umgehungsmöglichkeiten. Lohnend sei zudem, die Besteuerung von Vermögenswerten, insbesondere solcher, die hohe Wertzuwächse verzeichneten, wie beispielsweise Wohnraum als Investitionsanlage, zu erwägen, was die Arbeitnehmerschaft hinsichtlich der Einkommenssteuer entlasten könnte. Wichtig ist hierbei: in vielen Fragen sind sich Gewerkschafts- und Arbeitgebervertreter einig, etwa bezüglich der Unterfinanzierung von öffentlichen Dienstleistungen, die unter anderem auf Lücken in der Besteuerung zurückzuführen ist und weder der einen, noch der anderen Seite nützt, oder hinsichtlich der ungleichen Konkurrenzbedingungen, die entstehen, wenn Unternehmen verschiedene Arten der Steueroptimierung anwenden. 

Wir danken allen Referenten und Teilnehmern für die sachliche Diskussion und die wertvollen Vorschläge für Änderungen zugunsten eines gerechteren Steuersystems.

Fotos: OPZZ

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