29.05.2026

„Zwei Transformationen“ und „Gerechte Klimapolitik“ – neue Veröffentlichungen

In den letzten Monaten sind zwei neue Veröffentlichungen zum Thema Klimapolitik und zur Frage erschienen, wie die Dekarbonisierungsprozesse in Polen gerecht gestaltet werden können.

Zwei Transformationen

Die Publikation „Zwei Transformationen. Der aktuelle Wandel der Kohleregionen in Polen und Deutschland“ analysiert den Ausstieg aus der Kohle in beiden Ländern und konzentriert sich dabei auf dessen soziale, wirtschaftliche und arbeitsmarktpolitische Auswirkungen. Die Autoren, die die Gewerkschaftszentralen OPZZ und DGB vertreten, vergleichen das deutsche Transformationsmodell, das auf einem breiten gesellschaftlichen Dialog und erheblicher öffentlicher Unterstützung basiert, mit den polnischen Erfahrungen, die nach wie vor durch eine begrenzte staatliche Finanzierung und einen geringeren Umfang an Entwicklungsmaßnahmen gekennzeichnet sind.

Im Abschnitt über Deutschland wird die Rolle der Kohlekommission vorgestellt, die einen Plan für den Ausstieg aus der Kohle bis 2038 erarbeitet hat, sowie die Mechanismen zur Unterstützung der Bergbauregionen, insbesondere der Lausitz. Hervorgehoben wurden die Bedeutung von Infrastrukturinvestitionen, Absicherungsprogrammen für Arbeitnehmer sowie des Projekts REVIERWENDE, das die Beteiligung lokaler Gemeinschaften und Gewerkschaften am Wandelsprozess fördert.

Die Analyse der Lage in Polen umfasst die wichtigsten Kohleregionen sowie die Sozialvereinbarungen, die den Ausstieg aus dem Bergbau und der Kohleenergie regeln. Die Autoren verweisen auf die Rolle des Fonds für einen gerechten Wandel, weisen jedoch gleichzeitig auf die unzureichende staatliche Unterstützung und die ungleiche Verteilung der Hilfen auf die einzelnen Regionen hin. Die Publikation unterstreicht die Notwendigkeit, neue Arbeitsplätze zu schaffen, in die regionale Entwicklung zu investieren und wirksame soziale Absicherungen zu gewährleisten. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass eine gerechte Transformation erforderlich ist, die auf sozialem Dialog, stabiler Finanzierung und der aktiven Beteiligung der Arbeitnehmer an der Gestaltung der Zukunft der Kohlerégionen basiert.

Gerechte Klimapolitik

Die Publikation „Gerechte Klimapolitik. Wie man Themen im Zusammenhang mit der Energiewende effektiv kommuniziert und skeptische gesellschaftliche Gruppen in Polen einbindet“ analysiert die Einstellungen der Polen zur Energiewende auf der Grundlage von Untersuchungen, die im Auftrag der Ebert-Stiftung in 20 Ländern Europas und Amerikas durchgeführt wurden. Die Autoren weisen darauf hin, dass die Mehrheit der Bevölkerung die Bedeutung der Klimakrise erkennt und den Ausbau erneuerbarer Energien befürwortet, jedoch die sozialen und wirtschaftlichen Kosten des Wandels fürchtet. Eine zentrale Voraussetzung für die Akzeptanz der Energiewende ist deren gerechter Charakter, der den Erhalt von Arbeitsplätzen, die Unterstützung von Beschäftigten in gefährdeten Branchen sowie Investitionen in die von den Veränderungen betroffenen Regionen umfasst. Der Bericht betont die Notwendigkeit einer klaren, ehrlichen Kommunikation, die sich auf soziale und wirtschaftliche Vorteile stützt und nicht auf Vorschriften oder Verzicht. Die Autoren weisen darauf hin, dass eine wirksame Klimapolitik einen gesellschaftlichen Dialog, Vertrauensbildung und die Berücksichtigung der Bedenken von Gruppen erfordert, die der Transformation skeptisch gegenüberstehen. Die Publikation wird durch Kommentare des Polnischen Gewerkschaftsbundes (Ogólnopolskie Porozumienie Związków Zawodowych) und der Neuen Linken (Nowa Lewica) abgerundet.

Online verfügbare Publikationen:

„Zwei Transformationen: Der aktuelle Wandel der Kohlerégionen in Polen und Deutschland“

Autoren: Maciej Zaboronek, Marko Schmidt, Frederik Moch, Leon Hasselmann, Felix Fleckenstein, Moritz Baumert.

Seite der Publikation: https://collections.fes.de/publikationen/id/1969416

PDF-Version: https://collections.fes.de/publikationen/download/pdf/1969416

„Gerechte Klimapolitik: Wie man Themen rund um die Energiewende effektiv kommuniziert und skeptische gesellschaftliche Gruppen in Polen einbindet.“

Verfasst von: Urszula Schwarzenberg-Czerny, Hrsg.: Maciej Zaboronek

Seite der Veröffentlichung: https://collections.fes.de/publikationen/id/1969398

PDF-Version: https://collections.fes.de/publikationen/download/pdf/1969398

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