16.12.2021

Zwischen Freundshaft und Frust - Deutschland und Polen 30 Jahre nach Nachbarschaftsvertrag

Vor knapp dreißig Jahren, im Juni 1991, wurde der deutsch-polnische Vertrag über gute Nachbarschaft und freundliche Zusammenarbeit unterschrieben. Es war immer klar gewesen, dass es im zusammenwachsenden Europa wohl wenige Nachbarschaftsverhältnisse geben würde, die so kompliziert sein würden wie das zwischen dem wiedervereinigten Deutschland und Polen. Der Vertrag war ein Versuch, dieses Nachbarschaftsverhältnis auf eine solide Basis zu stellen.

Wo stehen wir heute, dreißig Jahre danach? Die Frage ist nicht einfach zu beantworten, Licht und Schatten wechseln sich ab. Einer beeindruckenden wirtschaftlichen Dynamik stehen, zumindest seit 2015, nicht unerhebliche politische Interessen- und Wahrnehmungsgegensätze gegenüber. Die bleibt nicht ohne Auswirkungen:  Meinungsumfragen zeigen in beiden Ländern seit Jahren einen Trend zu einem kritischeren Blick auf das jeweilige Nachbarland. Aber auch das ist nur ein Ausschnitt eines komplexeren Bildes: Denn gleichzeitig zeigt sich eine wachsende Annäherung in Bezug auf kulturelle und soziale Normen, auf Wertvorstellungen und Lebensstile. Die gemeinsame Mitgliedschaft in EU und Nato schafft institutionelle Klammern, die bisher noch jeder zentrifugalen Tendenz standgehalten haben. Und dennoch wäre es falsch, die Spannungen und Interessenunterschiede, die heute das deutsch-polnische Verhältnis prägen und belasten, zu negieren: Es ist auch nach 30 Jahren des Zusammenwachsens in Europa nach wie vor kompliziert.

 

Das vorliegende Buch, das gemeinsam von dem West-Institut (Instytut Zachodni) in Poznan und dem Warschauer Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung herausgegeben wird, versucht, eine Bilanz dieser komplizierten Nachbarschaft zu ziehen.

 

Entsprechend der Kapitel des Nachbarschaftsvertrages behandelt es die wichtigsten Felder des deutsch-polnischen Verhältnisses aus der Sicht jeweils einer/s deutschen und polnischen Autors bzw. Autorin.

 

Das Buch steht als Download sowohl in deutscher wie in polnischer Sprache zur Verfügung.

 

Themen:

Die politischen bilateralen Beziehungen zwischen beiden Ländern

Polen und Deutschland als Partner in der EU

Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Polen und Deutschland

Sicherheit und Verteidigung

Grenzregionen und kommunale Zusammenarbeit

Bildung, Universitäten, Kultur, Jugendaustausch

Minderheiten und Migrant_innen – kulturelle Identität

Geschichtspolitik

 

Autor_innen:

Magdalena Bainczyk, Rafał Bartek, Heinrich Brauß, Stephan Erb, Ernst Hillebrand, Jarosław Jańczak, Thomas Kralinski, Kai-Olaf Lang, Krzysztof Malinowski, Marta Neüff, Sebastian Płóciennik, Kamila Schöll-Mazurek Justyna Schulz, Adrian Stadnicki, Krzysztof Szewior, Stanisław Żerko, Klaus Ziemer


Friedrich-Ebert-Stiftung
Vertretung in Polen

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