24.09.2026

Deutsch-polnischer Workshop für Lehrkräfte - Menschenrechte in der Schule, 17.-18.09.2026

Am 18. September 2026 kamen rund 20 Lehrer_innen aus Polen und Deutschland mit Expert_innen und Aktivist_innen für einen Workshop über Menschenrechtsbildung an Schulen zusammen. Im Mittelpunkt standen der Stand von Menschenrechten im Lehrplan, die pädagogische Praxis sowie wiederholt die Frage, wie Lehrkräfte im Schulalltag Menschenrechte und Anti-Diskriminierung verankern können.

Das Wissen um und das Leben von Menschenrechten gehören zu den Prinzipien demokratischer Bildung. Durch die Vermittlung von Unterrichtsinhalten und Sensibilisierung erhalten Schüler_innen wichtige Instrumente für eine mündige Teilhabe am politischen Leben.  Abseits des Curriculums werden Menschenrechte im Schulalltag jedoch nicht selten auf die Probe gestellt. Rassistische und diskriminierende Äußerungen und Verhaltensweisen treffen auf eine zunehmend diversere Schülerschaft und stellen Lehrkräfte vor große Herausforderungen. 

Am 18. September 2026 kamen daher in der Deutschen Botschaft Warschau rund 20 Lehrer_innen aus Polen und Deutschland zusammen, um gemeinsam mit Expert_innen und Aktivist_innen über Menschenrechtsbildung an Schulen zu diskutieren. Der Workshop legt den Schwerpunkt auf die Frage, wie Menschenrechte im Unterricht lebendig vermittelt, im Schulklima verankert und im Umgang miteinander gestärkt werden können. Das Format stellte die Fortsetzung eines Workshops zum Thema Versöhnung aus dem letzten Jahr dar und griff so auch die thematischen Anregungen der Teilnehmenden aus dem Vorjahr auf. Maciej Pańków vom Institut für öffentliche Angelegenheiten stellte eingangs eine aktuelle Studie zur Rolle von Menschenrechten im Lehrplan und deren Wahrnehmung durch Schülerinnen und Schüler vor. Schüler_innen, so das Fazit des Vortrages, kennen die Grundbegriffe und -prinzipien der Menschenrechte gut, ihre Verankerung im Lehrplan ist allerdings unregelmäßig. Sandra Reitz vom Deutschen Institut für Menschenrechte ordnete den Begriff der Menschenrechtsbildung anschließend pädagogisch ein und stellte hierbei ein Dreiebenenmodell der Menschenrechtsbildung vor, das nicht nur das Wissen über Menschenrechte, sondern auch Handlungsfähigkeit und -bereitschaft von Schüler_innen stärken könne. 

Nach einer ersten kurzen Diskussion der Vorträge (Moderation: Karolina Słowik-Garbiak, Gazeta Wyborcza) thematisierten anschließend Elina Stock (GEW) und Dorota Obidniak (Polnische Lehrergewerkschaft/Związek Nauczycielstwa Polskiego) die Frage, wie Lehrkräfte im Schulalltag zwischen Neutralität und klarer Positionierung navigieren können. Elina Stock wies dabei insbesondere auf die Verpflichtung für Lehrkräfte hin, die freiheitlich-demokratische Grundordnung zu schützen, Dorota Obidniak auf die Bedeutung geschichtlicher Bildung. 

Im anschließenden praktischen Teil des Tages folgten zwei Workshops. Im ersten Workshop erarbeiteten die Teilnehmenden pädagogische Ansätze, Erfahrungen und Herausforderungen der Menschenrechtsbildung im Unterricht. Nach einer gemeinsamen Mittagspause widmete sich der Workshop von Dominik Kuc (Fundacja Półtorej Minuty) dann dem Thema Ausgrenzung und wie ihr frühzeitig begegnet werden kann. Zentrales Werkzeug war dabei das vierstufige Interventionsschema „Bemerken – Unterbrechen – Schützen – Weiterhandeln", das die Teilnehmenden auf Szenarien anwendeten und dabei auch Herangehensweisen in polnischen und deutschen Schulen diskutierten. 

 

Fot. FES

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