15.09.2026

Studienreise nach Wien zum Thema Wohnungspolitik

Vom 9. bis 11. September 2026 organisierte die Friedrich-Ebert-Stiftung in Warschau eine Studienreise nach Wien für Politiker, Wissenschaftler und Aktivisten aus acht Ländern. Die Teilnehmer lernten das Wiener Modell des sozialen Wohnungsbaus kennen, besuchten Projekte wie Gleis 21, das Sonnwendviertel und Biotope City und überlegten, welche Lösungen sich auf ihre eigenen Länder übertragen lassen.

Im Rahmen des Projektes Affordable Housing. Good practices from around Europe richtete die Friedrich Ebert Stiftung Warschau eine Studienreise für Politiker_innen, Wissenschaftler_innen und Aktivist_innen aus acht Ländern aus, die am Projekt beteiligt sind und sich für die Wohnungspolitik in Europa einsetzen. Im Fokus der Reise stand die Wiener Wohnungsbaupolitik und die Frage, ob sich Aspekte dieses Modells in andere Länder übertragen lassen. Die Exkursion bot daneben auch Gelegenheit zur Vernetzung politischer Akteur_innen aus verschiedenen Ländern als Grundlage für zukünftige Zusammenarbeit. 

Die Exkursion begann am Mittwoch, dem 9. September 2026, mit einer Begrüßung durch Manuela Erhart, Direktorin des Büros „Demokratie der Zukunft" der Friedrich-Ebert-Stiftung in Wien. Anschließend stellten Max Brändle, Direktor der FES Warschau, und Lisa Pfann, Referentin der FES Berlin, das Projekt „Affordable Housing: Best Practices from around Europe" vor. Danach führte Veronika Iwanowski von Wiener Wohnen in das Wiener Modell des sozialen Wohnbaus ein. 

Am Folgetag besuchte die Gruppe zunächst das alternative Wohnprojekt Gleis 21 im Sonnwendviertel, wo Sebastian Schublach vom Karl-Renner-Institut, der selbst dort wohnt und am Entwicklungsprozess beteiligt war, über das Modell der Baugruppe berichtete. Das Wohnprojekt ist Teil des Projektes Sonnwendviertel und vereint Infrastruktur für die Gemeinschaft der Hausbewohner_innen und Einzelwohnungen, wobei alle Bewohner_innen an den Entscheidungen über das Projekt beteiligt werden. Das Sonnwendviertel selbst lieferte als Stadtentwicklungsprojekt auf dem Gebiet des früheren Wiener Hauptbahnhofes Einblicke in Phasen der Stadtenwicklung in Wien der letzten 20 Jahre und vereint verschiedene Modelle der Wiener Wohnungsbaupolitik, wie etwa Sozialbau, Baugruppen und SMART Wohnungen. Es folgte ein Spaziergang zum Thema „Gender-responsive planning and spaces" mit Sabina Riss von der TU Wien. Im Anschluss informierten Thomas Ritt und Dagmar Koller von der Arbeiterkammer über deren Rolle im Wiener Wohnungswesen. Am Nachmittag stand eine Führung durch das Biotope-City-Projekt auf dem Programm, die von der Initiatorin Helga Fassbinder sowie von Evelyne Dengler-Mahé von Austria Guides For Future geleitet wurde. Das Projekt (Fertigstellung 2021) soll eine Antwort geben auf die Herausforderungen der Klimakrise und des demografischen Wandels und die Verantwortung für städtische Natur zu einer Angelegenheit aller Einwohner_innen des fast 1000 Wohneinheiten umfassenden Projektes machen. 

Am Freitag, dem 11. September, stand zunächst eine Führung durchs Wiener Rathaus auf dem Programm, gefolgt von einem Gespräch mit Dr. Sascha Obrecht, Gemeinderat und Landtagsabgeordneter sowie Vorsitzender des Ausschusses für Europäische und Internationale Angelegenheiten. Danach fand im FES-Büro ein abschließender Workshop mit Beatriz Stambuk-Torres von der TU Wien statt, in dem die Teilnehmenden die gewonnenen Erkenntnisse zum Wiener Modell des sozialen Wohnbaus für die eigene Arbeit reflektierten. 

 

Fot. FES

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